Was unterscheidet Yogatherapie von Yogapsychotherapie?
Yogatherapie und Yogapsychotherapie überschneiden sich in einigen Bereichen, setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte in der Anwendung und daraus abgeleitet bei der Auswahl der passenden Yoga-Mittel und der Yogapsychologie.
Yogatherapie
Die Yogatherapie richtet ihren Fokus überwiegend auf körperliche Entwicklungsfelder und wird häufig ergänzend zu medizinischen oder physiotherapeutischen Behandlungen eingesetzt. Ihre Angebote kombinieren zentrale Yogaelemente wie Körperübungen, Atemregulation und Meditation.
Im therapeutischen Prozess entsteht ein maßgeschneidertes Übungsprogramm, das sich an den individuellen Anliegen orientiert und im Verlauf zunehmend angepasst, erweitert und vertieft wird. Anders als der übliche Yogaunterricht, der meist auf allgemeines Wohlbefinden und/oder Fitness zielt, konzentriert sich die Yogatherapie auf die Vorbeugung und Behandlung körperlicher sowie psychosomatischer Beschwerden. Dazu gehören unter anderem Stressbelastungen, Rücken- und Gelenkprobleme, Schlaf- und Verdauungsstörungen sowie Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen.
Yogatherapie verbindet traditionelles Yoga und Yogapsychologie mit Erkenntnissen aus Medizin, Physiotherapie und Psychosomatik. Yogatherapeut:innen sind Yogalehrende mit einer entsprechenden Zusatzausbildung in Yogatherapie.
Yogapsychotherapie (ypt)
Die Yogapsychotherapie fokussiert ebenfalls die Stressreduktion, geht jedoch darüber hinaus: Sie kann unterstützend wirken bei Beschwerden im Rahmen von Depressionen und Burnout, bei Angst- und Panikstörungen oder psychosomatischen Symptomen – bei Bedarf auch traumasensibel. Weitere Themenfelder sind Selbstwertprobleme und Beziehungskonflikte.
Im Ansatz der yoga:psycho:therapie nutzen wir die Integration von Körper, Atem und Geist – also Körperübungen, Atemtechniken und Meditation, die „Yoga-DNA“ und zentrale Konzepte der Yogapsychologie. Die individuell angepasste Yogapraxis wird als Möglichkeit verstanden, aus ungünstigen psychomentalen Mustern auszusteigen. Die moderne Psychologie beschreibt solche Muster als „Teufelskreis“ aus Gedanken, Gefühlen, körperlichen Reaktionen und Verhalten, die sich in ihrer Wechselwirkung verstärken. Der Yoga betrachtet diese Dynamik als Teil der Bewegungen des Geistes (citta-vṛtti) und bietet verschiedene Ausstiegsstrategien. Der Körper dient dabei als Zugangstor zur Psyche.
ypt ist bewusstseinsorientiert: Sie fördert emotionale Regulation, vertiefte Selbstwahrnehmung und die Integration innerer Konflikte. Als komplementärer Ansatz kann sie bestehende (psycho-)therapeutische Prozesse sinnvoll ergänzen und Körperarbeit mit psychotherapeutischen Methoden verbinden.
Yoga:psycho:therapeut:innen sind Yogalehrende oder Therapeut:innen mit der zertifizierten Zusatzausbildung der yoga:psycho:therapie.