Fortbildung yoga:psycho:therapie für Therapeut:innen
Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.

wofür?

Sie integrieren bereits achtsamkeitsbasierte Psychotherapiekonzepte in die eigene Arbeit bzw. möchten diesbezüglich professionelle Kompetenz auf- oder ausbauen? Veröffentlichungen über die Wirksamkeit sowohl yoga-basierter Körperarbeit als auch von Meditation und Atemachtsamkeit bei psychischen Störungen haben Ihr Interesse geweckt, sich diesbezüglich zu qualifizieren? Sie schätzen grundsätzlich Psychotherapie-Skills, die sich individuell und störungsspezifisch anpassen lassen, mit denen sich an positiv besetzte Alltagserfahrungen der Klient:innen anknüpfen lässt und die zuverlässig die Selbstwirksamkeitserwartung steigern? Sie sind neugierig, wie Sie für sich selbst, aber auch im Behandlungssetting bzw. wie Ihre Klient:innen den Raum zwischen Reiz und Reaktion wahrnehmen und kreativ nutzbar machen können?

Unsere yoga:psycho:therapie Fortbildung für Therapeut:innen vermittelt Yoga-Skills, die Ihren Klient:innen den Ausstieg aus der Konfliktdynamik, aus psychomentalen Verwicklungen und hinderlichen Verhaltensmustern erleichtern können. Sie vermittelt wichtige Grundlagen ressourcenbasierten, prozess- und lösungsorientierten Arbeitens mit Yoga und schult Sie in deren praktischer Anwendung.

Um authentisch begleiten zu können, sollten wir unsere eigenen Fallstricke kennen und professionelle Nähe schaffen, halten und aushalten können. Dafür bedarf es Selbsterforschung, -erfahrung und -reifung (svādhyāya – eines der zentralen Yogakonzepte). In unserer yoga:psycho:therapie Fortbildung lernen Sie Yoga als Selbsterfahrungsweg kennen. Die individuelle Yogapraxis, die sie während der Fortbildung üben werden, ermöglicht es Ihnen darüber hinaus, eine wohlwollende wertschätzende Haltung sich selbst und ihren Klient:innen gegenüber körperlich zu erfahren und damit nachhaltig zu integrieren.

Was?

Achtsamkeit ist seit einigen Jahren ein viel beachtetes und erforschtes Konzept. Das breite Wirkspektrum von Achtsamkeit auf die physische und psychische Gesundheit ist eindrucksvoll belegt. Achtsamkeit wird im Rahmen einer modernen Psychotherapie häufig im Sinne einer zu erlernenden Technik verstanden.
Wenig Beachtung findet dabei, dass Achtsamkeit auf einer inneren Erfahrung basiert, aus der sich eine achtsame Haltung entwickelt. Über diese innere Haltung werden Achtsamkeitselemente lebendig an die Patient:innen vermittelbar.

Im Mittelpunkt der Fortbildung steht die Frage: Wie kann Achtsamkeit einfach und effizient, mitfühlend und bewusstseinsöffnend in den therapeutischen Prozess integriert werden? 

Achtsamkeit umfasst zwei wesentliche Aspekte: Präsenz und Akzeptanz. Präsenz ist eine spezifische Form von Aufmerksamkeit. Sie lebt von Offenheit, Interesse und Neugier für alle Wahrnehmungen, die im Augenblick stattfinden. Akzeptanz meint das Kultivieren einer annehmenden, wohlwollenden Grundhaltung sich selbst und anderen gegenüber. Achtsamkeit bewirkt Stressreduktion und dient der Emotionsregulation und Ressourcenaktivierung.

Die Voraussetzungen dafür, Yoga therapeutisch einzusetzen, wurden im modernen Yoga grundlegend erweitert. Als dessen Vater gilt T. Krishnamacharya (1888-1989). Ihm verdanken wir eine Rückbesinnung auf Konzepte aus dem Yoga Sūtra (entstanden 4. Jh. n. Ch.) und eine Ausdeutung, die erstaunliche Parallelen zu Konzepten der Bewusstseinsforschung und Neurowissenschaften aufweist. Unsere Fortbildung vermittelt die konzeptionellen Grundlagen und gibt praktische Einblicke in Yogatherapie, wie sie nach Krishnamacharya von dessen Sohn T. K. V. Desikachar, dessen Schüler:innen -hier in Deutschland maßgeblich durch die Ärztin Dr. Imogen Dalmann und den Arzt Martin Soder, unsere Lehrer am Berliner Yoga Zentrum (BYZ)- weiterentwickelt wurde. Das BYZ einschließlich der dort ausgebildeten Therapeut:innen, zu denen auch wir gehören, blickt inzwischen auf drei Jahrzehnte therapeutischer Arbeit mit Yoga zurück. Unser Verständnis von yoga:psycho:therapie baut auf diesen Säulen auf.

In der Fortbildung yoga:psycho:therapie schauen wir aus den Perspektiven der Yogatradition und der modernen Psychologie auf die Beziehungsarbeit, den therapeutischen Prozess und den Einsatz von Yoga im psychotherapeutischen Setting und in der Psychosomatik.

wie?

Module yoga:psycho:therapie für Therapeut:innen
Unsere yoga:psychotherapie Fortbildung für Therapeut:innen besteht aus folgenden vier Modulen:
  • dem Einstiegsmodul M1T „yoga basics“ speziell für Therapeut:innen,
  • den zwei Kernmodulen M2 und M3, die wir an die Vorkenntnisse und Ressourcen in der Fortbildungsgruppe anpassen
  • und dem optionalen Aufbaumodul M4 mit den Schwerpunkten Fallsupervision und Reflexion der eigenen Behandlungserfahrung.
Die Module M1-3 laufen jeweils über 10 Monate. In jedem Modul finden 4 Ausbildungsblöcke (z. B. Donnerstag bis Samstagmittag) vor Ort im i_f Institut statt. Für den Erwerb unseres Abschlusszertifikats am Ende von M3 ist die parallele Teilnahme an einer yoga:psycho:therapie Selbsterfahrungsgruppe über insgesamt mindestens 2 Jahre verpflichtend. Die Selbsterfahrungsgruppen treffen sich 14-tägig entweder online oder vor Ort. Während M1 und M2 erhalten die Teilnehmer:innen zusätzlich eine eigene Yoga-Praxis bzw. Einzelkonsultationen für ihre bereits vorhandene individuelle Praxis.

Ziele

Mit unserer yoga:psycho:therapie Fortbildung können Sie folgende Ziele erreichen:

  • Verständnis der Grundlagen therapeutischen Arbeitens mit Yoga
  • Yoga-Skills erlernen und die Fähigkeit, diese im Einzelsetting Anliegen-orientiert einzusetzen
  • die Wirkmechanismen von Yoga bei psychischen Erkrankungen und in der Psychosomatik verstehen lernen
  • die eigenen Fertigkeiten in lösungs- und ressourcenorientierter Prozessgestaltung ausbauen
  • eine innere achtsame Haltung entfalten und festigen, die Präsenz und (Selbst-)Akzeptanz verkörpert
  • Impulse für die Integration von yoga:psycho:therapie-Skills in den Behandlungsalltag mitnehmen
  • Ihre eigene Resilienz in Ihrer professionellen Rolle als Therapeut:in und für das therapeutische Setting stärken. Dafür gilt es, die Idee von Selbstfürsorge und den konstruktiven Umgang mit inneren kritischen Anteilen oder inneren Blockaden zu integrieren.

Auf einen Blick.

Start: 05. Oktober 2023
Dauer: 2,5 Jahre (ohne Aufbaumodul M4)
Umfang:
  • 305 UE Präsenz- oder Online-Unterricht in 3 Modulen (M1.T – M3)
  • inkl. 60 UE Teilnahme an einer Selbsterfahrungsgruppe
  • plus optionales Aufbaumodul (M4)
  • 5 selbst durchgeführte yoga:psycho:therapeutische Prozesse begleitet durch Lehrsupervision
  • mind. 100 UE Selbststudium und Reflexion der Inhalte in Intervisionsgruppen
Voraussetzungen:
  • Interesse an Yoga, vorzugsweise Erfahrung mit Yoga
  • abgeschlossene Psychotherapie-/ Beratungsausbildung und mind. 3-jährige Berufserfahrung in einem gesundheitsorientierten bzw. sozialen Beruf
  • Bereitschaft zum regelmäßigen Üben einer individuellen Yoga-Praxis
  • persönliches Kennenlerngespräch (auch online möglich)
Abschluss: i_f yoga:psycho:therapie (Fortbildungspunkte werden beantragt)
Preis: 7.625,00€ *
  • inkl. 5 Std. Einzelunterricht für die eigene Yoga-Praxis
  •  zahlbar in 30 monatl. Raten à 240€

* eine Anzahlung in Höhe von 425 € ist zahlbar bis 4 Wochen vor Start der Ausbildung